1914-1918 – Die Entwicklung der Dinge

14.3.1918

/ / Nochmals nach dem Norden (Cambrai) 20.1.18-26.3.18

Die allgemeinen Vorbereitungen an der Front gehen immer mehr ihrem Ende entgegen. Auch die Stellungen unseres Bataillons werden bereits notdürftig hergerichtet. Es sollen darin 1200 Schuss je Batterie untergebracht werden – ein schwieriges Stück Arbeit in dem engen Raum, der uns zugeteilt ist.

Überall steht schon Artillerie. Noch täglich kommt neue hinzu und mit den übrigen Truppen sieht es genau so aus. Alle Ortschaften der Umgebung sind voll gestopft.

Beinahe wären wir gestern noch weiter nach vorn gerückt; der Abmarschbefehl wurde jedoch im letzten Augenblick wieder rückgängig gemacht.

 

Der nächste Tagebucheintrag folgt am 15.3.

  1. Ich weiß nicht, ob es das in den letzten 4 Jahren schon mal gab, dass Ernst eine bevorstehende Offensive so beschrieb, denn so was gab es noch nicht zu lesen, meine ich, wie
    „Überall steht schon Artillerie. Noch täglich kommt neue hinzu und mit den übrigen Truppen sieht es genau so aus. Alle Ortschaften der Umgebung sind voll gestopft.“

    Viele Truppen, ausreichende Versorgung / Vorräte an Munition und alles auf engem Raum geballt, das stimmt schon fast euphorisch, wobei die Resultate der bevorstehenden Offensive zumindest im 1. Teil beachtlich ausfallen werden im Vergleich zu den Vorjahren. Dumm nur, dass auch wie im 2. Weltkrieg auch hier schon die Funksprüche entschlüsselt wurden und der Feind aufgrund der Luftaufklärung das auch prüfen konnte. Die Franzosen machten mit dem Wissen nur den Fehler, ihre Reserven zu nah an die Frontlinie zu schieben, ohne die neue Taktik der Deutschen zu beachten, das frische, junge Sturmtruppen (unter 25, alleinstehend) speziell trainiert die französische Gräben infiltrieren und vor allem schnell in die Tiefe durchstoßen werden als eine Vorstufe zum Blitzkrieg. Einziger Fehler der Deutschen war, die Reserven nicht in die am weitesten vorgestoßenen Bereiche zu investieren, um die mit neuem Schwung weiter nach vorn mitzureißen. Stattdessen wurden die Reserven in die Bereiche geschoben, die hinter den Plänen zurück fielen oder auf stärkeren Widerstand stießen. Dabei lag der Vorteil klar im Ausnutzen der mit einem Durchbruch einhergehenden Konfusion und deren Verstärkung, denn nichts ist schwächer als eine fliehende Verteidigung.
    Mal sehen, wie Ernst das erleben wird, denn von der auffallend jungen Besetzung der neuen Infanterietruppen und Sturmtruppen schrieb er noch nichts.

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    • Ich denke, um das zu erkennen, fehlte ihm als „normalem Frontsoldaten“ der Ein- und Überblick…
      Tatsächlich vergab man auf deutscher Seite (wie oben beschrieben) in den folgenden, kurzen Wochen die Möglichkeit, mittels eines „durchschlagenden“ Erfolges doch noch einen Einigungsfrieden zu erzwingen, bevor die Masse der amerikanischen Soldaten, die auf dem Weg zur Westfront waren, dort tatsächlich spürbar wurde.

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