1914-1918 – Die Entwicklung der Dinge

6.12.1915 Nach einem kleinen Zwischenfall

/ / Am Isonzo 1.7.1915-31.3.1916

Nach einem kleinen Zwischenfall – herzlicher Willkomm in Vertojba.

Ich hätte gestern in Opčina den Zug verlassen und umsteigen müssen. Leider war ich im entscheidenden Augenblick so fest eingeschlafen, dass ich weit über das Ziel hinausschoss.

Als ich wieder zu mir kam, war es um mich herum dunkel. Sämtliche Lichter des Zuges waren gelöscht. Plötzlich gab es einen Ruck. Der Zug hielt und ich musste raus, weil — wir uns bereits in Triest (der Endstation) befanden.

Einen Rück-Zug gab es an diesem Abend nicht mehr. So habe ich denn nochmals mit einem Strohsack – im Bahnhofs-Quartier – fürlieb nehmen müssen.

9:05 vormittags verlasse ich Triest, um über Opčina gegen Mittag endlich in Volčja Draga anzulangen.

Ein mir hier von unserem Fourage-Unteroffizier im letzten Augenblick “angedrehter” Heu-Empfang schiebt die Ankunft beim Truppenteil bis zum Dunkelwerden hinaus. Dann ist aber die Himmelfahrt wirklich zu Ende. Der herzliche Willkomm in meinem Quartier (Tannengrün allerwegen) lässt mich die Unbilden der Reise schnell vergessen.Doch wird noch lange nicht ein jeder auf diese feierliche Weise bei seiner Rückkehr aus der Heimat empfangen. Die tiefere Ursache lerne ich auch gar bald erkennen – es ist zu mindestens 90% die Freude des Feldwebels, dass er nun von dem vielen Kleinkram wieder befreit ist.

An der Front ist es ziemlich ruhig, da dichter Nebel seit Tagen jede Kampftätigkeit verhindert.

Der nächste Tagebucheintrag folgt am 10.12.

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