1914-1918 – Die Entwicklung der Dinge

9.10.1915 Stellungswechsel

/ / In der Champagne 27.3.15 – 30.6.15

Stellungswechsel. Schwere Verluste bei der Stammbatterie in der Champagne.

Die Geschütze sind von St. Daniel zurückgeholt und in eine neue Stellung gebracht worden.

Von unserer Stammbatterie in der Champagne erhalten wir traurige Nachricht. Dort wurden durch Beschießung der Sammelstelle im Walde 9 Kameraden – alles liebe Kerle- getötet.

Zwei weitere haben schwere Verletzungen davongetragen.

Überall lauert der Tod, ob vorn an der Front oder hinten im Ruhelager. Vielleicht habe ich durch meinen Weggang von der alten Batterie mein Schicksal unbewusst in die rechte Bahn gelenkt, denn in der Champagne galt ja auch für mich in der letzten Zeit die Sammelstelle als Dauer-Aufenthalt.

Andererseits sind wir hier durchaus nicht der Gefahr entrückt. Im Gegenteil, es ist fast als ein Wunder anzusehen, dass unser Ziegeleilager, in dem wir uns nun schon zwei Monate befinden, noch kein feindliches Feuer erhalten hat.

Wir liegen hier sozusagen auf dem Präsentierteller und werden vor allem von den feindlichen Fesselballons sehr gut eingesehen, so dass wir immer das Gefühl haben: “Heute ging es noch mal gut; aber wer weiss, wie es wohl morgen aussehen wird?”

Viel Glück!

Der nächste Tagebucheintrag folgt am 17.10.