1914-1918 – Die Entwicklung der Dinge

19.9.1916 Der gewaltige Bedarf an Artilleriemunition

/ / An der Somme 30.6.16-3.3.17

Der gewaltige Bedarf an Artilleriemunition für einen eigenen Angriff auf Bouchavesnes und Cléry.

Die fortgesetzten Angriffe auf Bouchavesnes und Cléry haben den Feinden nach und nach soviel Geländegewinn gebracht, dass es unsere oberste Heeresleitung für geraten hält, endlich einmal zum Gegenstoß anzusetzen.

Wir empfangen 500 Schuss Munition. Den Mörserbatterien werden für den gleichen Zweck je 1000 Schuss, den Feldhaubitzbatterien 1200 und den Feldartillerie-Batterien je 2000 Schuss überwiesen.

Diese Einzelsummen, um die Zahl der hier stehenden zahlreichen Batterien vervielfältigt, ergeben den Munitionsaufwand zur Eroberung eines durch hunderttausende von Geschossen bereits völlig zerwühlten Bodenstückes der Picardie im 20. Jahrhundert. Und, wenn wir glücklich Besitzer dieses Erdhaufens werden sollten, dann wird sich so sicher, wie einmal eins eins ist, dasselbe Affentheater vor Ablauf von 24 Stunden noch einmal von der Gegenseite aus Wiederholen.

Der nächste Tagebucheintrag folgt am 20.9.

  1. Unser Freund Ernst Gustav Pauleit stellt ernsthaft die Sinnhaftigkeit des Geschehens in Frage. Er hat wohl erkannt, dass das ewige hin und her um wenige hundert Meter keinen wirklichen Kriegserfolg darstellt. Leider hat diese Einsicht die politische und militärische Führung nicht erreicht; es bedurfte noch zwei weiterer Jahre sinnloser Lebens- und Materialvernichtung.

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