1914-1918 – Die Entwicklung der Dinge

27.9.1916 Die Folgen klarer Sicht

/ / An der Somme 30.6.16-3.3.17

Die Folgen klarer Sicht: Explosionen in Munitionslägern, Volltreffer in eine feindliche Autokolonne, Leuchtkugellager in Flammen. Auch im Kriege gibt es Erkältungen.

Die Sicht ist geradezu glänzend, was beiderseits zu lebhafter Artillerietätigkeit herausfordert. Wir erzielen dabei prächtige Erfolge.

Fast den ganzen Nachmittag sind in den rückwärtigen Stellungen des Feindes heftige Explosionen von Munitionslägern festzustellen. Starker Verkehr auf den verschiedensten feindlichen Zugangsstraßen wird gestört und unterbunden.

Hierbei gelingen der neben uns stehenden 10cm-Batterie einige Volltreffer in eine Autokolonne, die anscheinend Munition transportiert. Mehrere der Kraftwagen fliegen mit gewaltigen Detonationen in die Luft.

Unsere eigene Batterie bekämpft einen Ballonaufstiegsplatz und vertreibt die Riesenwurst auf schnellstem Wege nach rückwärts.

Der Tag ist rum, eh wir’s uns versehen.

Beim Nachtdienst am Scherenfernrohr wird mir ein großartiges Schauspiel geboten. Aus einem bereits am Nachmittag in Brand geschossenen Leuchtkugellager der Franzosen fliegen noch bis 3 Uhr morgens Leuchtraketen in allen Farben (grün, weiss, rot, gelb), kistenweise in die Luft. Ein wahrer Sprühregen – schöner als bei dem schönsten Friedensfeuerwerk – ergießt sich dann jedesmal über das Gelände und taucht alles in Feuer und Flammen. Bei Cléry gibt es mehrere feindliche Feuerüberfälle. Sonst ist die Nacht ruhig.

Leider bin ich augenblicklich stark erkältet.

Der nächste Tagebucheintrag folgt am 28.9.

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