1914-1918 – Die Entwicklung der Dinge

7.2.1915 Das Durcheinander in der Munition

/ / 11.10.1914 - 8.3.1915 In Französisch Flandern

Das Durcheinander in der Munition.

In unserer Munition herrscht zurzeit ein großes Durcheinander.

Während wir zu Anfang des Krieges nur eine Art (Granaten 12) kannten, wechseln jetzt 6 Sorten miteinander ab. Es sind dies: Granaten 88 mit Zündladung 82, Granaten 88 mit Doppelzünder 92, Granaten 96 und 12 mit Zünder 96/04, erbeutete belgische Munition, welche einen verstärkten Führungsring erhalten musste, und seit gestern noch Marine-Granaten 80 mit Zünder 83.

Mit den Kartuschen sieht es nicht anders aus. Der ehemaligen 6teiligen Einheitskartusche mit Würfelpulver (10x10x1 1/2) sind jetzt noch die Turmhaubitzkartuschen (9teilig 10x10x1 1/2) und die Kartuschen mit Würfelpulver 2x2x2 gefolgt.

Unter diesen Umständen ist das artilleristische Schießen zur reinsten Geheimwissenschaft geworden; denn: Jede Granate hat ein anderes Gewicht – und jedes andere Gewicht erfordert eine andere Kartusche – und jede andere Kartusche hat wiederum eine andere Triebkraft.

Der nächste Tagebucheintrag folgt am 8.2.

  1. Offensichtlich immer noch Auswirkungen der „Munitionskrise“. Interessant zu sehen, wie das auf der untersten Ebene ankommt. Deshalb auch die relative Ruhe an der Westfront. Sehr bemerkenswert. Bin schon auf den April gespannt, wenn Italien in den Krieg eintritt. Auf jeden Fall ist dieses Tagebuch von höchstem Wert.

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  2. Kurze Anmerkungen zur Munitionsproduktion 1914 bis 1918 und der Bedeutung
    des Haber-Bosch-Verfahren. Zwecks Umgehung der Importabhängigkeit, aus Übersee, von Chilesalpeter (Natriumnitrat bzw. Natronsalpeter) bei der Produktion von Sprengstoffen aller Art.

    Ohne dieses Verfahren wäre aufgrund der Einstellung der Produktion von Sprengstoffen und Treibladungen eine Weiterführung der Kampfhandlungen auf deutscher Seite sehr begrenzt gewesen s.u..

    „ Von militärischer Bedeutung ist Ammoniumnitrat (Salpeter), ein Produkt aus Ammoniak und Salpetersäure, zur Herstellung von Sprengstoff. Daher wurde die Weiterentwicklung des Verfahrens bis zur großindustriellen Anwendbarkeit 1914 auf Druck des deutschen Generalstabschefs Erich von Falkenhayn forciert und es kam zum Salpeterversprechen. Als das Deutsche Reich während des Ersten Weltkriegs durch die alliierte Seeblockade von natürlichen Stickstoffquellen (Chilesalpeter) abgeschnitten war, gelang es nur mit Hilfe des Haber-Bosch-Verfahrens, den sonst schon Ende 1914 drohenden Zusammenbruch der deutschen Munitionsproduktion abzuwenden und auch die Düngemittelproduktion aufrechtzuerhalten.“

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Haber-Bosch-Verfahren

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